Die Frau an der Farbpalette


Foto: Joseph- W. Reutter / WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel. 50 Bewerbungen gab es in diesem Jahr auf die Ausbildungsstelle in der Maske des Westfälischen Landestheaters. Aylin Wilhelm hat sich gegen alle ihre Mitbewerber durchsetzen können.

Seit Beginn der aktuellen Spielzeit wird sie zur Maskenbildnerin ausgebildet. Doch wie kommt man eigentlich zu so einen ungewöhnlichen Berufswunsch?

Die gebürtige Mainzerin beschäftigt sich schon lange mit diesem Themenbereich. „Mich interessiert alles am Theater“, sagt Aylin. Sie besuchte immer schon gerne Vorstellungen und in der Schule stand sie als Mitglied der Theater-AG selbst auf der Bühne. In ihrer Freizeit malt und zeichnet sie gerne. Außerdem ist die 20-Jährige begeisterte „Cosplayerin“.

Cosplay ist ein Trend aus Japan. Auf den sogenannten Conventions treffen sich Gleichgesinnte, die sich wie ihre Helden aus Manga und Anime verkleiden und schminken. Da ist der Schritt zur Maskenbildnerei nicht weit.

In der zehnten Klasse machte Aylin ein Praktikum in der Maske des Theaters in Trier. Durch Praktika in der Bildhauerei, Schreinerei und Schneiderei schnupperte sie aber auch schon in andere Bereiche hinein. „Ich bin jemand, der etwas Praktisches tun muss“, erklärt Aylin.

Nach dem Abitur im Frühjahr 2009 besuchte sie ein Jahr lang die Berufsfachklasse Maskenbild in einer Schule in Baden-Baden. Während dieser Zeit machte sie ein weiteres Praktikum am Theater in Weimar. „Die Schule hat mir einen guten Einblick in das Berufsfeld gegeben,“ berichtet Aylin. Für eine Ausbildungsstelle als Maskenbildnerin hat sie sich bundesweit an den Theatern beworben. Die Stellen sind knapp und die Bewerber zahlreich. „Es ist schwer, ans Theater zu kommen“, weiß der Azubi. In Castrop-Rauxel hat es dann letztendlich geklappt.

Mittlerweile kennt sie alle fest angestellten Schauspieler und hat sich gut in das Theater-Team eingefunden. „Hier versteht man sich untereinander total gut“, sagt Aylin. Ihre Ausbildung dauert drei Jahre. Sie hätte auch verkürzen können, aber das wollte sie nicht.

„Man muss gut mit Menschen umgehen können“, erklärt die 20-Jährige. Immerhin ist man den Schauspielern ganz nah. Am Anfang sei das für sie schwierig gewesen. Aber mit der Erfahrung wuchs ihre Sicherheit.

Aylin schminkt nicht nur die Darsteller für die Bühne, auch Perücken oder falsche Bärte zu knüpfen lernt sie im WLT. „Das braucht viel Übung und hat einiges mit Routine zu tun“.

Die vielen Erfahrungen, die sie im Vorfeld gesammelt hat, halfen Aylin, die Stelle zu bekommen. „Wenn man so einen Beruf machen möchte, sollte man vorher auf jeden Fall mal reingeschaut haben“, empfiehlt sie. Gerade an den Theatern sei es nämlich sehr schwer, eine Ausbildungsstelle in der Maske zu bekommen.

 

Quelle: http://www.derwesten.de

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